Hunde im Büro – auch bei XING E-Recruiting schon lange Alltag. Eddy zum Beispiel, Junior Account Manager bei uns, hat immer Beans dabei. Bei seinem vorherigen Arbeitgeber hatte er nicht die Möglichkeit Beans mitzunehmen, als er sich dann zwischen zwei Angeboten entscheiden musste, war auch diese Möglichkeit ausschlaggebend. »Einige lieben sie mehr und die anderen weniger, aber alle sind tolerant und freuen sich über die gute Stimmung, die der Hund verbreitet«, ist Eddy’s Fazit. Er sagt, dass er skeptisch gewesen sei, ob ein Hund vom Arbeiten ablenkt. Allerdings hat sich diese Sorge nicht bestätigt. In Meetings oder im Büroalltag: Beans verbreitet gute Stimmung und hat schon so manches abteilungsübergreifende Gespräch in Gang gebracht. „Gute Stimmung“ klingt erstmal positiv, wir wollten es aber noch genauer wissen und haben Markus Beyer, den Vorsitzenden des Bundesverbandes für Bürohunde befragt. Lesen Sie jetzt unten im Interview, warum Hunde einen Mehrwert für das Unternehmen bieten!

Die Hunde im Büro der XING E-Recruiting GmbH – Sammy (o.l. & m.l.), James (u.l. & r.) und natürlich Beans (auf dem Thron).

Herr Beyer, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen. Für den Bundesverband Bürohund e.V., dessen Vorstand Sie sind, sind mittlerweile einige Mitarbeiter ehrenamtlich beschäftigt. Was ist das Ziel Ihrer täglichen Arbeit?

Markus Beyer: Vielen Dank für die Möglichkeit hier über das Thema Bürohund zu berichten.

Das Ziel ist Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu sensibilisieren, dass in unserer heutigen Arbeitswelt etwas ziemlich schief läuft. Nämlich, dass viele Menschen unter chronischem, krankmachendem Stress leiden. Wir machen darauf aufmerksam, dass ein Hund am Arbeitsplatz diesem gefährlichen Stress entgegenwirken kann.

Wir unterscheiden zwischen Unternehmen, die einen Bürohund integrieren wollen und Unternehmen, die bereits Bürohunde zulassen. Für die erste Gruppe halten wir Leitfäden, Pläne, Vorlagen und Empfehlungen bereit, machen persönliche Schulungen und begleiten den Gesamtprozess. Unternehmen mit Bürohund unterstützen wir in den Bereichen Recruiting und Öffentlichkeitsarbeit innerhalb unseres deutschlandweiten Netzwerkes.

Warum ist das Zulassen von Hunden mehr, als schlicht noch ein weiterer Arbeitgebervorteil?

Markus Beyer: Sie haben recht, die Arbeitgebervorteile durch einen Bürohund in den Bereichen Arbeitgebermarke, Mitarbeiterbindung, Recruiting, Imageoptimierung, Aufmerksamkeit in den sozialen Medien und die Chance auf eine Neujustierung  des Führungsstils im Sinne von mehr Wertschätzung, sind am Ende lediglich ein angenehmer Beifang.

Der wirklich tiefgreifende Vorteil liegt darin, dass alle Mitarbeitenden, egal in welcher Position, eine echte Chance auf bessere körperliche und seelische Gesundheit haben und das Risiko eines Burn-outs gesenkt werden kann.

Bürohund Chester und Markus Beyer, Vorsitzender beim Bundesverband für Bürohunde. Chester ist leider am vergangenen 30. November nach 14 wunderbaren Lebensjahren verstorben. Ohne ihn hätte es den Bundesverband Bürohund wohl nie gegeben.

Bei XING E-Recruiting beschäftigen wir uns naturgemäß auch mit der Frage, wie Mitarbeiter besonders lange im Unternehmen gehalten werden können. Sie sagen, dass die Loyalität durch Hunde am Arbeitsplatz steigt. Wie schaffen Hunde das?

Markus Beyer: Ab einer bestimmten monetären Vergütung ist eine Gehaltserhöhung keine Motivation mehr. Die Schwerpunkte der Entscheidung für ein Unternehmen zu arbeiten verlagern sich.

Hunde verbessern die Stimmung im Unternehmen und damit das Betriebsklima. Mitarbeitende lächeln öfter, fühlen sich wohler und weniger gestresst. Man wäre doch nicht sehr klug ein Unternehmen zu verlassen, für das man gern arbeitet. Darüber hinaus haben Unternehmen mit Bürohund derzeit noch den Vorteil eines Alleinstellungsmerkmals. Allerdings arbeiten wir daran, das zu verändern.

Wie wird damit umgegangen, wenn Mitarbeiter allergisch sind oder Angst vor Hunden haben?

Markus Beyer: Menschen mit einer auftretenden Allergie oder mit Hundeangst müssen geschützt werden. Allerdings kann ich Entwarnung geben. In beiden Fällen sind es laut Untersuchungen jeweils nur rund 3,5% der erwachsenen Bevölkerung, die tatsächlich unter Symptomen einer Allergie leiden, bzw. Hundeangst haben. In diesen Fällen müssen Lösungen vor Ort gefunden werden, die den gesundheitlichen Schutz aller Mitarbeitenden vor Allergien und psychischen Erkrankungen sicherstellt. Es gilt also nicht ein „Entweder – Oder“ sondern ein „Sowie – Als auch“.

Hunde sind sehr verschieden. Gibt es Hunde die mehr oder weniger fürs Büro geeignet sind?

Markus Beyer: Hunde sind lebende Wesen. Jeder Hund hat seine eigene individuelle Persönlichkeit. Manche Hunde zeigen ein verunsichertes Verhalten, manche verfügen über eine ausgeprägte innere Ruhe. Als Bürohund empfehle ich letztere. Aus meiner Erfahrung als Hundetrainer weiß ich, dass der entscheidende Faktor für die Ausgeglichenheit des Hundes, das gesunde Hund-Halter-Verhältnis ist. Wenn der Mensch aus Sicht des Hundes über ausreichende Situationskompetenz verfügt, wird er sich auf seinen Menschen vertrauensvoll verlassen. Andernfalls übernimmt der Hund die Situation und entscheidet für beide. Das alles hat übrigens gar nichts mit Dominanz zu tun. Vertrauen ist der Schlüssel.

Und wer haftet, wenn mal ein Hund über die Stränge schlägt? Sollte der Arbeitgeber sich rechtlich absichern?

Markus Beyer: Als erstes haftet immer der Hundehalter. Die Versicherungspflicht würde ich als eine der Grundlagen zur Mitnahmegenehmigung vertraglich vereinbaren. Um möglicherweise auftretende Ansprüche gegen den Arbeitgeber zu minimieren, empfehle ich im Vorfeld der Zulassung von Hunden im Büro den Versicherungsagenten des Unternehmens  zu befragen.

Einen Bundesverband zu gründen, zeugt von sehr viel Hingabe. Woher kommt Ihre Begeisterung für Hunde?

Markus Beyer: Ich mag Menschen und Hunde. Nach meiner Überzeugung ist das Zusammenleben zwischen diesen beiden Spezies eine evolutionäre Erfolgsstory, die seit mehr als 30.000 Jahren andauert. Zwei unterschiedliche Bewohner dieses Planeten machen sich gegenseitig gesund und glücklich. Ich durfte unzählige Male erleben, wie Hunde uns Menschen zum Guten verändern. Meiner Meinung nach können unsere Gesellschaft und unsere Unternehmen in Sachen Sozialverhalten, Empathie, Vertrauen, Loyalität, Kommunikation, Begeisterung und Achtsamkeit, sehr viel lernen von diesen wunderbaren vierbeinigen Wesen.

Herr Beyer, vielen Dank für das Interview!