Der Fachkräftemangel in Deutschland ist ein viel diskutiertes Thema. Die einen sehen ihn bereits als überwunden an, die anderen rechnen mit einer dramatischen Rückkehr im Jahr 2020 und wieder andere fühlen sich derzeit unmittelbar betroffen. Selbst, wenn man nicht von einem „Mangel“ sprechen möchte, steht eines jedoch fest: Akademiker und Fachkräfte werden noch immer händeringend gesucht – und das besonders in den MINT-Bereichen. Als Ursache hierfür werden unter anderem der demographische Wandel und die niedrige Absolventenzahl bzw. hohe Studienabbruchsrate genannt.

Auf der anderen Seite steigt der Bedarf an ebendiesen Fachkräften stetig, denn die Innovationskraft der Unternehmen muss wachsen und der internationale Wettbewerb verschärft sich. Ein dauerhafter Mangel an qualifiziertem Fachpersonal könnte dabei vor allem den beteiligten Unternehmen schaden und ihre Produktion und Entwicklung maßgeblich behindern.

Doch nun kommt die gute Nachricht: Die Fachkräfte sind nicht ausgestorben, sondern nur schwer zu finden. Wir von XING haben uns auf die Suche gemacht und wollten wissen, wo die Ingenieure stecken. Mithilfe unserer Datenbank konnten wir herausfinden, wie sich die bei XING angemeldeten Ingenieure in der Republik verteilen und welche Region die meisten begehrten Fachkräfte aufweisen kann. Unsere Heatmap zeigt deutlich, wo es vor Ingenieuren „brennt“ und wo das Vorkommen eher abgekühlt ist.

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Spitzenreiter mit den meisten Ingenieuren ist unser größtes Bundesland: Nordrhein-Westfalen. Zwischen den Großstädten Duisburg, Essen, Düsseldorf und Wuppertal „brennt“ es förmlich vor begehrten Fachkräften! Die führenden Branchen sind hier Automotive, Elektroindustrie sowie der Maschinenbau als größter industrieller Arbeitgeber des Bundeslandes. Ansässige Unternehmen wie zum Beispiel ThyssenKrupp, Hochtief oder Ford ziehen die Ingenieure an.

Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den größten deutschen Städten. Während Hamburg mit seiner Einwohnerzahl weit vor München liegt und Unternehmen wie Airbus oder Lufthansa Technik die Fachkräfte anlocken, hat München dennoch bei den Ingenieuren klar die Nase vorn. Rund um die Hauptstadt des Freistaates glüht die Karte und große Arbeitgeber, wie BMW, MAN oder Siemens sorgen für eines der größten Ingenieursaufkommen.

Weniger überraschend ist die Dichte rund um Stuttgart. Porsche, Daimler und Bosch und viele andere dort ansässige Unternehmen gelten seit jeher als gute Arbeitgeber für Ingenieure und ziehen diese an. Eher „abgekühlt“ ist die Lage im Nordosten. Mit Ausnahme von Berlin und dem sogenannten „Sachsen-Dreieck“ ist das Fachkräftevorkommen in den neuen Bundesländern eher mau. Auch im hohen Norden scheinen Ingenieure Mangelware zu sein.

Bereits bei erstem Betrachten der Heatmap fällt auf, dass die meisten Ingenieure dort zu finden sind, wo viele Menschen leben und die Bevölkerungsdichte hoch ist. Das Fachkräfteaufkommen hat seinen Schwerpunkt zweifelsohne im Süd-Westen der Republik, während der Nord-Osten auffällig wenige Ingenieure aufweisen kann. München hat unter den deutschen Großstädten deutlich die Nase vorn und hängt die einwohnerstärkeren Metropolen Hamburg und Berlin sichtbar ab.